Michael Göhner Platz 3 beim Ironman Germany

July 27th, 2011

Liebe Freunde und Sponsoren,
so viel vorneweg: Der Ironman Germany in Frankfurt am vergangenen Sonntag (24.7.2011) war das bisher härteste
Rennen meiner Karriere!
Aber der Reihe nach:
Als ich am frühen Morgen am Langener Waldsee ankam sah alles noch gut aus: Es war zwar etwas kühl, aber trocken.
Wir Athleten schienen Glück zu haben und den Wettkampf ohne Kälte und Regen absolvieren zu können.
Das Schwimmen verlief zunächst ganz nach Plan. An der ersten Wende (nach ca. 800 m) verlor ich zwar kurz den
Anschluss, konnte diesen Abstand von vier bis fünf Metern bis zum Landgang aber einigermaßen halten. Danach
musste ich jedoch endgültig abreißen lassen und somit den zweiten Schwimmabschnitt fast alleine absolvieren. Mit
einer Zeit von 50:08 min kam ich schließlich in die erste Wechselzone. Damit war ich zwar nicht ganz zufrieden, es war aber dennoch eine persönliche Bestzeit in dieser ersten Teildisziplin. Und das bei nicht gerade einfachen
Bedingungen (Wind und dadurch Wellengang)…
Doch nun sollte es noch weitaus ungemütlicher werden: Bereits nach ca. zehn Radkilometern setzte starker Regen ein
und es wurde schlagartig kühler. Diese Witterungsbedingungen zogen mir förmlich die Energie aus dem Körper.
Dennoch hatte ich die Hoffnung, den recht geringen Rückstand nach dem Schwimmen möglichst schnell egalisieren
und auf die Verfolgergruppe um Jan Raphael aufschließen zu können. Mit Frank Vytrisal, Patrick Vernay und Craig
Twigg hatte ich schließlich gute Radfahrer an meiner Seite.
Entgegen meiner Erwartungen „lief“ diese Gruppe aber überhaupt nicht und so war ich gezwungen nach rund 100 km
gemeinsam mit Frank Vytrisal die Flucht nach vorne anzutreten. In der Zwischenzeit hatte es aufgehört zu regnen und es war mir wieder möglich das Rad ohne Kälte bedingtes Zittern über den Kurs zu steuern.

Die Tempoverschärfung zeigte Wirkung: Beim zweiten Wechsel betrug der Abstand zur ersten Verfolgergruppe nur
noch ca. zwei Minuten. Lediglich Sylvain Sudrie und der Führende Faris Al-Sultan waren mir acht bzw. 15 Minuten
enteilt.
Somit war klar, dass ich nun eine Aufholjagd starten musste. Angefeuert von den vielen begeisterten Zuschauern an
der Strecke konnte ich Platz um Platz gut machen. Plötzlich schien mein angestrebtes Ziel der TOP 3-Platzierung
wieder möglich! Kurz nach dem Halbmarathon war es dann tatsächlich geschafft: Das Fahrrad mit der Aufschrift „2.
Mann“ begleitete mich. War vielleicht noch der Sieg drin? Diese Frage wurde leider ganz schnell beantwortet – und
zwar mit einem deutlichen Nein: Ab Kilometer 30 war es mir nicht mehr möglich meinem Körper die dringend
benötigte Energie zuzuführen. Nach den außerordentlichen Strapazen des Tages streikte mein Magen – leider 12
Kilometer zu früh! Somit konnte mich Jan Raphael noch einmal einholen und durch einen Zwischenspurt schließlich
abschütteln. Am Ende wurde ich also Dritter, lief allerdings den schnellsten Marathon des Tages (2:47:55 h).
Fazit: Die Hawaii-Quali dürfte geschafft sein und den angestrebten Podestplatz beim Ironman Germany gab’s auch!
An dieser Stelle möchte ich mich noch bei allen Sponsoren für die großartige Unterstützung bedanken. Denn erst
dadurch war es möglich, eine gute Frankfurt - Vorbereitung zu absolvieren und ein solches Ergebnis zu erzielen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Göhner

www.michael-goehner.de


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