Tennis

Wie hält man einen Tennisschläger richtig? 


Du hast gerade angefangen, Tennis zu spielen und fragst dich: Wie halte ich meinen Tennisschläger am besten? Die kurze Antwort: Es kommt vor allem auf den Schlag und auf deinen Spielstil an.

Für die Vorhand nutzen die meisten Spieler den Semi-Western- oder Eastern-Griff, während beim Aufschlag und am Netz der Continental-Griff Standard ist. Falls dir diese Begriffe noch gar nichts sagen, keine Sorge! In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, welche Griffhaltung wann sinnvoll ist und wie du den richtigen Griff für dich findest.

Wie hält man einen Tennisschläger?

Im Tennis unterscheidet man zwischen vier typischen Griffhaltungen:

  • 1. Continental-Griff
  • 2. Eastern-Griff 
  • 3. Semi-Western-Griff
  • 4. Western-Griff

  • Diese Griffarten beschreiben, wie die Hand am Schlägergriff positioniert ist. Der Griff ist dabei nicht rund, sondern besitzt sogenannte Griffkanten (Bevels), die als Orientierung dienen. Je nachdem, auf welcher dieser Kanten die Hand liegt, verändert sich die Schlägerstellung im Treffmoment und damit auch Spin, Kontrolle und Power.

    Continental-Griff

    Der Continental-Griff (auch Hammergriff genannt) ist eine neutrale Griffposition, bei der die Hand von oben auf den Griff gelegt wird. Die Schlägerhaltung erinnert dabei an das Greifen eines Hammers.

    Dieser Griff ist einer der vielseitigsten im Tennis und kommt vor allem bei Aufschlägen, Volleys und Schmetterbällen zum Einsatz. Durch die neutrale Schlägerstellung kannst du schnell reagieren und den Schlägerkopf flexibel anpassen. Das ist insbesondere am Netz ein großer Vorteil.  Auch für Slice-Schläge ist der Continental-Griff ideal, da er die typische Unterschnittbewegung optimal unterstützt. Bei der beidhändigen Rückhand bleibt die dominante Hand (bei Rechtshändern die rechte) ebenfalls in dieser Griffposition, während die zweite Hand zusätzliche Stabilität und Kontrolle gibt.

    Gerade weil er in so vielen Spielsituationen verwendet wird, gehört der Continental-Griff zu den wichtigsten Grundlagen, die jeder Tennisspieler früh lernen sollte.

    Eastern-Griff

    Der Eastern-Griff ist eine leicht gedrehte Griffposition im Vergleich zum Continental-Griff. Die Hand wird so positioniert, dass die Schlagfläche natürlicher zur Vorhand ausgerichtet ist. Du drehst deine Hand im Vergleich zum Continental-Griff leicht nach rechts (als Rechtshänder), sodass die Schlagfläche etwas geschlossener ist.

    Dieser Griff eignet sich besonders gut für kontrollierte, eher flache Schläge mit moderatem Topspin. Er gilt als eine Art Mittelweg zwischen klassischem und modernem Tennis und wird häufig von Spielern genutzt, die Wert auf Präzision und Timing legen.

    Vor allem bei Vorhandschlägen bietet der Eastern-Griff eine gute Balance aus Kontrolle und Power. Gleichzeitig ermöglicht er es, den Ball früh zu treffen und das Spiel aktiv zu gestalten.

    Der Eastern-Griff ist besonders für Spieler geeignet, die einen variablen, offensiven Spielstil entwickeln möchten, ohne sich zu stark auf extremen Topspin zu verlassen.

    Funfact: Weil der Eastern-Griff Ähnlichkeiten mit einem freundlichen Handschlag hat, nennt man ihn umgangssprachlich auch „Guten-Tag-Griff“. 

    Semi-Western-Griff

    Beim Semi-Western-Griff liegt deine Hand weiter unter dem Griff positioniert als beim Eastern-Griff, wodurch sich die Schlagfläche stärker nach unten neigt.

    Dieser Griff ist heute der Standard im modernen Tennis, da er eine ideale Kombination aus Topspin, Kontrolle und Power bietet. Besonders bei schnellen Ballwechseln von der Grundlinie ermöglicht er es, den Ball mit viel Rotation sicher im Feld zu halten.

    Tennisspieler hält einen Tennisschläger mit Semi-Western-Vorhandgriff

    Semi Western Vorhand-Griff

    Der Semi-Western-Griff eignet sich hervorragend für aggressive Vorhandschläge mit Topspin, wie sie im heutigen Profitennis dominieren. Gleichzeitig bleibt er flexibel genug, um auch flachere Bälle zu spielen.

    Für viele Spieler stellt dieser Griff den besten Kompromiss dar und ist daher oft die erste Wahl, sobald man über die Grundlagen hinausgeht.

    Western-Griff

    Der Western-Griff ist die extremste Form der Vorhandgriffhaltungen. Die Hand ist dabei sehr weit unter dem Griff positioniert, wodurch die Schlagfläche stark geschlossen ist.

    Dieser Griff ist ideal für extremen Topspin, da du den Ball stark von unten nach oben beschleunigen kannst. Vor allem auf Sandplätzen oder bei hohen Bällen spielt der Western-Griff seine Stärken aus.

    Allerdings bringt diese Griffhaltung auch Einschränkungen mit sich: flache Schläge und niedrige Bälle sind schwieriger zu kontrollieren, und auch schnelle Anpassungen am Netz fallen schwerer.

    Der Western-Griff eignet sich daher vor allem für Spieler, die einen sehr spinlastigen Spielstil verfolgen und gerne mit hohen, druckvollen Topspinbällen arbeiten.

    Wie hält man den Tennisschläger bei Vorhand und Rückhand?

    Die Griffhaltung unterscheidet sich im Tennis je nach Schlag deutlich. Während es bei der Vorhand mehrere gängige Varianten gibt, ist die Rückhand oft klarer definiert.

    Vorhand

    Bei der Vorhand greifen die meisten Spieler den Schläger im Eastern- oder Semi-Western-Griff. Anfänger starten häufig mit dem Eastern-Griff, da er eine gute Kontrolle bietet und leicht zu erlernen ist. Fortgeschrittene Spieler wechseln meist zum Semi-Western-Griff, um mehr Topspin und Sicherheit in ihre Schläge zu bringen.

    Wichtig ist dabei, dass du den Griff so wählst, dass du den Ball vor dem Körper sauber treffen kannst und eine natürliche Schwungbewegung hast.

    Rückhand (einhändig)

    Bei der einhändigen Rückhand wird häufig ein Eastern-Rückhandgriff verwendet (leicht angepasst im Vergleich zur Vorhand). Dieser ermöglicht es, den Schläger stabil zu führen und gleichzeitig Topspin oder Slice zu spielen.

    Tennisspieler hält einen Tennisschläger mit Eastern Rückhand-Griff (einhändig)

    Einhändiger Eastern Rückhand-Griff

    Rückhand (beidhändig)

    Bei der beidhändigen Rückhand hat jede Hand eine eigene Funktion:

  • Die dominante Hand (z. B. rechts bei Rechtshändern) hält den Schläger im Continental-Griff.
  • Die zweite Hand übernimmt eine Vorhand-ähnliche Position (oft Eastern oder Semi-Western).
  • Tennisspieler hält einen Tennisschläger mit beidhändigem Rückhandgriff

    Beidhändiger Rückhand-Griff

    Diese Kombination sorgt für Stabilität, Kontrolle und zusätzliche Power.

    Welcher Tennisgriff passt zu dir?

    Die Wahl des richtigen Griffs hängt stark von deinem Spielniveau, deinem Stil und auch vom Belag ab. Es gibt nicht die eine perfekte Lösung, aber klare Empfehlungen.

    Unabhängig von diesen Richtlinien solltest du den Griff wählen, der sich für dich natürlich anfühlt und deinen Spielstil unterstützt. Viele Spieler kombinieren im Match sogar mehrere Griffarten, zum Beispiel den Continental-Griff am Netz und den Semi-Western-Griff an der Grundlinie.

    Der beste Tennisgriff für Anfänger

    Der Eastern-Griff ist ideal für den Einstieg. Er bietet viel Kontrolle und hilft dir, ein sauberes Schlaggefühl zu entwickeln, ohne dass du dich sofort auf komplexe Topspin-Techniken konzentrieren musst.

    Der beste Tennisgriff für fortgeschrittene Spieler

    Der Semi-Western-Griff ist die beste Wahl, wenn du dein Spiel moderner gestalten möchtest. Er ermöglicht dir, mit mehr Spin und Sicherheit von der Grundlinie zu spielen – genau wie im heutigen Tennis üblich.

    Der beste Tennisgriff für Aufschlag & Netzspiel

    Hier führt kein Weg am Continental-Griff vorbei. Er ist unverzichtbar für einen sauberen Aufschlag, präzise Volleys und effektive Slice-Bälle.

    Der beste Tennisgriff für eine Spin-orientierte Spielweise

    Wenn du gerne mit viel Rotation spielst, vor allem auf Sand oder bei hohen Bällen, kann der Western-Griff interessant sein. Allerdings erfordert er eine gute Technik und ist weniger vielseitig.

    Tipps zur richtigen Griffhaltung im Tennis

    Die richtige Griffhaltung ist die Basis für saubere Schläge, und trotzdem einer der häufigsten Fehlerquellen, gerade bei Einsteigern. Mit den folgenden Tipps stellst du sicher, dass du von Anfang an eine solide Technik entwickelst:

    1. Achte auf deine individuelle Anatomie
    Nicht jeder Griff fühlt sich für jeden Spieler gleich an. Faktoren wie Handgröße, Fingerlänge und Beweglichkeit im Handgelenk beeinflussen, welche Griffhaltung sich natürlich anfühlt. Kleine Anpassungen sind völlig normal und sinnvoll. Wichtig ist, dass du langfristig stabil und schmerzfrei spielen kannst.

    2. Wähle die richtige Griffstärke (Grip Size)
    Die Griffstärke deines Tennisschlägers hat einen großen Einfluss auf dein Gefühl und deine Kontrolle. Ist der Griff zu klein, neigst du dazu, zu fest zuzupacken. Ist er zu groß, verlierst du an Flexibilität im Handgelenk. Als grobe Orientierung gilt: Zwischen Fingerspitzen und Handballen sollte beim Greifen noch etwa ein Finger Platz sein.

    3. Halte den Schläger locker
    Ein häufiger Fehler ist ein zu verkrampfter Griff. Für eine saubere Technik brauchst du eine gewisse Lockerheit in der Hand, damit der Schlägerkopf frei beschleunigen kann. Der Druck sollte sich je nach Schlag leicht anpassen: locker in der Vorbereitung, fester im Treffmoment.

    4. Wechsle die Griffe bewusst
    Im Tennis gibt es nicht nur einen Griff für alle Situationen. Gute Spieler wechseln intuitiv zwischen verschiedenen Griffhaltungen, zum Beispiel vom Semi-Western an der Grundlinie zum Continental am Netz. Trainiere diese Wechsel aktiv, damit sie im Spiel automatisch passieren.

    5. Orientiere dich an den Griffkanten (Bevels)
    Der Griff eines Tennisschlägers ist nicht rund, sondern hat Kanten. Diese helfen dir dabei, deine Hand immer wieder in die gleiche Position zu bringen. Nutze diese Orientierung bewusst, um Konstanz in deine Schläge zu bringen.

    6. Trainiere den Griff aktiv mit
    Viele Spieler konzentrieren sich nur auf die Schlagbewegung und vergessen dabei den Griff. Achte im Training gezielt darauf, wie du den Schläger hältst. Besonders bei neuen Techniken sollte das mitbedacht werden. Ein falscher Griff lässt sich später deutlich schwerer korrigieren.

    7. Passe den Griff an den Belag und Spielstil an
    Je nach Untergrund und Spielweise kann es sinnvoll sein, den Griff leicht anzupassen. Auf Sandplätzen wird zum Beispiel häufiger mit mehr Topspin gespielt (Richtung Semi-Western oder Western), während auf schnelleren Belägen flachere Griffe Vorteile haben können.

    Tennisgriff für Linkshänder – was ist anders? 

    Grundsätzlich gelten für Links- und Rechtshänder die gleichen Griffarten im Tennis. Der Unterschied liegt lediglich in der Seitenzuordnung der Schlagbewegung. Das bedeutet:

  • Ein Eastern-Griff bleibt ein Eastern-Griff.
  • Ein Semi-Western-Griff bleibt ein Semi-Western-Griff.

  • Die Anwendung erfolgt lediglich auf der jeweils anderen Schlagseite. Bei der beidhändigen Rückhand übernimmt die obere Hand die führende Kontrolle am Schläger, während die untere Hand zusätzlich Stabilität und Power gibt. Bei Linkshändern ist diese Handposition entsprechend gespiegelt zur Rechtshänder-Variante.

    Taktische Vorteile im Spiel

    Linkshänder können im Match einen taktischen Vorteil haben, da viele Gegner weniger an deren Spin- und Winkelverhalten gewöhnt sind, insbesondere beim Aufschlag und bei cross gespielten Bällen.

    Der Tennisgriff der Profi-Tennisspieler

    Wie Profis ihren Tennisschläger halten, zeigt gut, dass es nicht nur die eine richtige Technik gibt, sondern vielmehr unterschiedliche Ansätze, die jeweils zum Spielstil passen.

    Spieler wie Novak Djokovic setzen auf einen klassischen Semi-Western-Griff bei der Vorhand, der eine ideale Balance aus Kontrolle, Topspin und Variabilität ermöglicht.

    Ähnlich verhält es sich bei Jannik Sinner, der ebenfalls einen modernen, leicht konservativeren Semi-Western-Griff nutzt, um seine schnellen, eher flachen Schläge optimal umzusetzen.

    Andere Profis gehen deutlich individuellere Wege: Rafael Nadal etwa verwendet einen extremen Western-Griff, der ihm seinen charakteristischen, stark rotierenden Topspin verleiht, während Roger Federer mit einem klassischen Eastern-Griff spielt, der besonders vielseitig ist und ein präzises, flaches Spiel begünstigt.

    Noch unkonventioneller wirkt die Technik von Daniil Medvedev, dessen Griff und Schlagbewegung auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, aber perfekt auf sein effektives, rhythmusbasiertes Spiel abgestimmt sind.

    Diese Beispiele zeigen: Auch auf höchstem Niveau gibt es unterschiedliche Griffvarianten. Generell dominiert im modernen Profitennis aber der Semi-Western-Griff bei der Vorhand. Entscheidend ist letztlich, dass der Griff zum eigenen Spielstil passt und eine saubere, kontrollierte Schlagtechnik ermöglicht.

    Fazit

    Der richtige Tennisgriff ist kein starres Konzept, sondern entwickelt sich mit deinem Spiel. Wenn du gerade erst anfängst, ist der Eastern-Griff ein sicherer Einstieg. Mit wachsender Erfahrung lohnt sich der Wechsel zum Semi-Western-Griff, um mehr Spin und Kontrolle zu gewinnen.

    Entscheidend ist am Ende nicht, welcher Griff „der beste“ ist, sondern welcher dir hilft, konstant saubere Schläge zu spielen.

    ©HEAD Tennis