Tennis

Tennissaiten: Welche Saite passt zu dir?

Material, Stärke & Besaitungshärte.

Verschiedene Arten von Tennissaiten in unterschiedlichen Farben vor einem Tennisnetz

Dass du eine neue Tennissaite brauchst, merkst du allerspätestens, wenn sie reißt. Das ist ganz normal und gehört zum Tennis dazu wie das Wachsen deines Skills. Je nach Spielniveau spürst du aber oft schon vor dem endgültigen Riss der Saite, wann sie an Spannung und Kontrolle verliert, Vibrationen nur noch bedingt abfängt, abgenutzt ist und damit ausgetauscht werden sollte.

In diesem Artikel erfährst du, wann du deinen Tennisschläger neu besaiten solltest, was deine perfekte Saite auszeichnet sowie die wichtigsten Dinge, die bei der Auswahl und der Bespannung beachtet werden sollten.

Doch davor solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Auf welchem Niveau spiele ich?
  • Was für ein Spielertyp bin ich?
  • Welchen Schläger habe ich?
  • Welche Bespannungsstärke mag ich?
  • Bin ich anfällig für Verletzungen?
  • Schritt 1: Wann sollte man neu besaiten?

    Wann genau der richtige Moment erreicht ist, deinen Tennisschläger neu zu besaiten, ergibt sich aus deiner Spielfrequenz. Spielst du zweimal pro Woche Tennis, solltest du deine Tennissaite etwa zweimal im Jahr wechseln. Findet man dich an fünf oder sechs Tagen pro Woche auf dem Platz, empfiehlt sich ein Saitenwechsel etwa alle zwei Monate. Auch wenn du nur gelegentlich oder einmal pro Woche spielst, solltest du mindestens einmal im Jahr daran denken, deine Saite zu wechseln. Die Bespannung lässt nämlich selbst bei Nichtbenutzung des Schlägers mit der Zeit nach.

    Zeitlich eignen sich besonders der Start der Outdoor-Saison im Frühling sowie der Beginn der Indoor-Saison im Herbst. Tauschst du in den Wintermonaten deinen Tennisschläger gegen ein Paar Ski ein, bis die Plätze wieder mildere Temperaturen und mehr Sonne versprechen, kann der Saitenwechsel bis zum Frühjahr warten.

    Schritt 2: Die richtige Tennissaite wählen

    Die Auswahl der richtigen Tennissaite hängt in erster Linie von den Eigenschaften ab, die du dir von deiner Saite erwartest. Jede Saite besitzt bestimmte Charakteristika, die je nach Saitentyp mehr oder weniger ausgeprägt sind. Dazu zählen Eigenschaften, die du direkt spürst – wie Armschonung, Haltbarkeit, Kontrolle oder Power – ebenso wie technische Merkmale wie Material, Bauart oder Saitenstärke, die auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich sind.

    Eine Grafik zeigt verschiedene Typen von Tennissaiten un dihre auswirkungen auf das Spiel.

    Tennissaiten Kompass

    Die Haupteigenschaften einer Saite bestimmen, ob sie zu dir und deinem Schläger passt oder nicht. Spätestens jetzt solltest du also wissen, welcher Spielertyp du bist, ob du Anfänger oder fortgeschrittener Spieler bist und welchen Schläger du bespannen möchtest.

    Armschonende Tennissaiten

    Wer regelmäßig auf dem Tennisplatz steht, weiß, welche Kräfte bei jedem Schlag vom Körper absorbiert werden. Was viele unterschätzen, ist dabei die Rolle der Tennissaite. Beim Aufprall des Balls auf den Schläger kann ein Teil der Energie durch die richtige Saite abgefangen und gemildert werden. Je mehr Filamente eine Saite besitzt, desto stärker ist diese Reduzierung von Schwingungen und desto armschonender ist sie. In diesem Zusammenhang spricht man von Multifilament-Tennissaiten.

    Haltbare Tennissaiten

    Die Eigenschaft Haltbarkeit ist besonders relevant, wenn du mindestens zweimal pro Woche Tennis spielst. Wie langlebig deine Saite ist, hängt stark von deiner Spielhäufigkeit ab. Je mehr du spielst, desto eher entfernst du dich von kurzlebigeren Saiten und greifst zu besonders haltbaren Varianten wie Polyestersaiten oder robusten Multifilament-Saiten.

    Tennissaiten mit Kontrolle

    Kontrolle ist vor allem bei kopflastigen Schlägern mit großer Schlagfläche wichtig. Je größer die Aufprallfläche, desto entscheidender ist es, die Richtung des Balls zu steuern. Kontrollorientierte Saiten ermöglichen ein präziseres Spiel. Sie bieten weniger Power, dafür aber deutlich mehr Ballkontrolle. Besonders kraftvolle Spieler und solche mit starkem Schwung profitieren von kontrolllastigen Saiten. Achtung: Diese Saiten sind weniger geeignet, wenn du Schwierigkeiten hast, den Sweetspot zu treffen, da sich dieser mit zunehmender Kontrolle verkleinert.

    Tennissaiten mit Power

    Powerorientierte Saiten zeichnen sich durch hohe Elastizität aus und geben den Ball mit viel Energie zurück. Sie beschleunigen das Spiel und verstärken deine Schläge. Spielst du einen Schläger mit engem Saitenbild oder kleinerem Schlägerkopf und wünschst dir mehr Power, während Kontrolle für dich kein Problem darstellt, ist diese Saitenart ideal für dich.

    Tennissaiten mit Spielgefühl und Touch

    Wenn du weder maximale Power noch extreme Kontrolle suchst, sondern ein feines Spielgefühl, sind Touch-Saiten die richtige Wahl. Sie übertragen das Feedback des Ballkontakts besonders direkt und ermöglichen es dir, flexibel auf unterschiedliche Spielsituationen und Gegner zu reagieren.

    Tennissaiten für mehr Spin

    Je nach Konstruktion der Saite lässt sich mehr oder weniger Spin erzeugen. Spin-Saiten verfügen häufig über strukturierte Oberflächen oder spezielle Faserungen, die die Rotation des Balls unterstützen und Topspin- oder Slice-Effekte verstärken. Diese Eigenschaft geht jedoch meist zulasten der Kontrolle.

    Saitenstärke Tennis (Gauge)

    Hast du die passende Saite gefunden, spielt nun der Durchmesser eine entscheidende Rolle. Tennissaiten sind typischerweise zwischen 1,20 mm und 1,40 mm dick. Kleinere Durchmesser liefern mehr Gefühl, Spin und Komfort, größere Durchmesser bieten mehr Kontrolle und Haltbarkeit.

    Gängige Werte sind:
  • 1,20 mm – sehr fein, hohe Spielbarkeit und Spinpotenzial
  • 1,23–1,25 mm – Standard‑Allround-Stärken
  • 1,28–1,30 mm – etwas dicker, gute Kontrolle und Haltbarkeit
  • 1,37–1,40 mm – dickere Varianten, besonders langlebig

  • Die Zuordnung zu traditionellen Gauge-Zahlen ist ungefähr wie folgt:
  • 17 Gauge ≈ 1,25 mm
  • 16 Gauge ≈ 1,30 mm
  • 15 Gauge ≈ 1,40 mm
  • Hinweis: Die genauen Durchmesser können je nach Hersteller leicht variieren.

    Bauart einer Tennissaite

    Tennissaiten bestehen entweder aus einer einzelnen Faser (Monofilament) oder aus vielen feinen Fäden (Multifilament). Häufig werden auch verschiedene Fasern miteinander kombiniert.

    Fabian Dennis zeigt die drei wichtigsten Saiten Arten für Tennis (Monofilament, Multifilament und Hybrid).

    Haupttypen von Tennissaiten (Monofilament, Multifilament und Hybrid)

    Monofilament-Saiten bieten viel Haltbarkeit, Kontrolle und Spin, sind jedoch steifer und weniger armschonend. Sie eignen sich für Spieler mit hohem Kraftaufwand oder hoher Spielhäufigkeit.

    Grafik mit einer Monofilament-Tennissaite vor violettem Hintergrund

    Monofilament Tennissaite

    Multifilament-Saiten sind elastischer, komfortabler und armschonender, behalten die Spannung jedoch nicht so lange und sind weniger langlebig als Monofilamentsaiten. Sie sind ideal für Anfänger oder Spieler mit Arm- oder Schulterproblemen.

    Grafik mit einer Multifilament-Tennissaite vor violettem Hintergrund

    Multifilament Tennissaite

    Hybridsaiten kombinieren Monofilamente in den Längssaiten mit Multifilamenten in den Quersaiten und vereinen so Haltbarkeit und Spielgefühl.

    Grafik mit einer Hybrid-Tennissaite vor violettem Hintergrund

    Hyprid Tennissaite

    Material einer Tennissaite

    Zu den gängigen Materialien zählen Co-Polyester, Aramid, Polyurethan, Polyolefine sowie Polyamide (Nylon). Polyester- und Polyamid-Saiten sind am weitesten verbreitet.

    Hochwertigere Materialien wie Polyetheretherketone vereinen Haltbarkeit, Komfort und Stabilität. Naturdarmsaiten werden aus Tierdärmen hergestellt und zeichnen sich durch extreme Elastizität, Armschonung und Spannungskonstanz aus. Sie bieten ein einzigartiges Spielgefühl, sind jedoch die teuersten Saiten auf dem Markt.

    Allround-Tennissaiten oder Synthetic-Gut-Saiten

    Allround-Saiten sind ideal für Spieler, die noch nicht genau wissen, welche Eigenschaften sie bevorzugen. Sie besitzen keine extremen Stärken oder Schwächen und stellen einen soliden Kompromiss dar.

    Sobald du weißt, welche spezifische Eigenschaft dich in deinem Spiel unterstützen soll, empfiehlt es sich, auf Saiten mit speziell definierten Stärken umsteigen.

    Allround-Tennissaiten sind in der Regel aus Polyamid hergestellt. Je nach Qualität der Saiten variieren Haltbarkeit, Elastizität und Spannungskonstanz. Es gibt daher nicht die eine perfekte Allround-Tennissaite, sondern viele Varianten für unterschiedliche Bedürfnisse.

    Schritt 3: Tennisschläger neu besaiten

    Hast du dich für eine neue Saite entschieden, geht es ans Besaiten. Ob du deinen Tennisschläger selbst besaitest oder professionell besaiten lässt, hängt von deinem Budget, deiner Geduld und eventuellen individuellen Wünschen ab.

    Handwerklich geschickte Tennisspieler können ihren Schläger ohne Weiteres selbst, ggf. mithilfe einer Besaitungsmaschine, genau nach ihren Vorstellungen bespannen. Professionelle Unterstützung spart aber meist viel Zeit und Nerven. Nur ein korrekt bespannter Tennisschläger entfaltet das volle Potenzial der gewählten Saite.

    Welche Besaitungshärte ist die richtige für mich?

    Die Besaitungshärte wird in Kilogramm angegeben und beschreibt das Zuggewicht, mit dem ein Tennisschläger bespannt wird.

    Je härter dein Schläger besaitet ist, desto mehr Ballkontrolle und Spin hast du, aber desto weniger Power und Haltbarkeit verspricht die Saite. Sie springt weniger und der Trampolineffekt ist geringer. Hart besaitete Schläger eignen sich für fortgeschrittene Spieler mit kräftigem Spielstil (z.B. 25-28 kg).

    Anfänger und Freizeitspieler profitieren von einer weicheren Besaitung (z. B. 20–24 kg). Diese bietet mehr Power, Komfort, Haltbarkeit und einen größeren Sweet Spot. Zudem werden Vibrationen besser absorbiert und der Arm geschont. Der Nachteil: es gibt Einbußen in Sachen Kontrolle.