Tennis
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Tennis-Doppel wird zu viert gespielt: Zwei gegen zwei treten auf einem größeren Spielfeld als im Einzel gegeneinander an, mit intensivem Netzspiel und klarer taktischer Abstimmung im Team. Wer Regeln, Aufstellung und Formationen kennt, kann sein Doppel-Team deutlich stärken.
Tennis-Doppel bedeutet nicht nur doppelten Spaß, sondern auch doppelten Druck und doppelte Verantwortung für Sieg oder Niederlage. In diesem Artikel erfahrt ihr alles, was euch zu einer stärkeren Zusammenarbeit und mehr Erfolg auf dem Platz verhilft.
Wer schnell korrekt Tennis-Doppel spielen möchte, kommt nicht daran vorbei, sich zunächst die Regeln und Grundlagen anzueignen.

Tennis Doppel Strategie
Ein Tennisfeld hat auf beiden Seiten jeweils zwei Linien. Die Streifen zwischen diesen Einzel- und Doppellinien gehören im Doppel zum Spielfeld und erweitern die Breite. Das Feld ist im Doppel daher knapp 24 Meter lang und fast 11 Meter breit.
Das Tennis-Doppel-Spielfeld besteht aus:
Gezählt wird wie im Einzel: 0, 15, 30, 40, Spiel. Bei 40:40 heißt es Einstand; danach gewinnt das Team, das zwei Punkte hintereinander erzielt (Vorteil und Spiel).
Ein Satz geht normalerweise bis sechs Spiele, mit mindestens zwei Spielen Vorsprung. Bei 6:6 wird in der Regel ein Tie-Break gespielt, der bis sieben Punkte geht und einen Vorsprung von zwei Punkten erfordert.
Im Tie-Break wird 0, 1, 2… gezählt; der erste Aufschläger serviert einen Punkt, danach wechseln die Teams alle zwei Punkte, wobei die Aufschlagreihenfolge im Doppel beibehalten wird.
Ein Doppelturnier wird über zwei Gewinnsätze (Best-of-Three) oder drei Gewinnsätze (Best-of-Five) gespielt. Häufig ersetzt ein Match-Tie-Break (bis 10 Punkte, zwei Punkte Vorsprung) den dritten Satz.
Im Doppel rotiert das Aufschlagrecht, sodass jede Person regelmäßig zum Zug kommt. Vor dem Satz entscheidet jedes Team, wer zuerst aufschlägt und wer den ersten Return annimmt. Nach jedem Spiel wechselt das Aufschlagrecht innerhalb des Teams zur nächsten Person der festgelegten Reihenfolge.
Spieltipp: Oft beginnt die stärkere Person mit dem Aufschlag, denn ein guter Start kann direkt Sicherheit und Druck aufbauen.
Der Aufschlag muss vollständig hinter der Grundlinie erfolgen, abwechselnd von der rechten (Einstand) und linken (Vorteil) Seite, diagonal ins gegenüberliegende Aufschlagfeld. Berührt der Aufschläger die Linie oder überschreitet sie vor dem Schlag, gilt dies als Fußfehler. Wird das Aufschlagfeld beim zweiten Aufschlag erneut verfehlt, entsteht ein Doppelfehler.
Spieltipp für starke Vorhand: Auf der Vorteilseite möglichst nah ans „T“ stellen und nach dem Aufschlag sofort Richtung Einstandsseite bewegen. Der Partner deckt die gegenüberliegende Seite ab.
Ein Satz dauert meist 30–60 Minuten. Ein Best-of-Three-Match mit regulärem dritten Satz oder Match-Tie-Break verlängert die Dauer entsprechend.
Beim Doppel teilen sich zwei Partner das Feld, grundsätzlich kann jeder stehen, wo er möchte. Je mehr mögliche Positionen, desto mehr Formationen sind denkbar.
Bei der Standard-Positionierung schlägt eine Person von hinten auf, während der Teampartner sich am Netz befindet. Nach dem Aufschlag bleibt die Position meist bestehen:
Bei der Australian Formation stehen beide Spieler zunächst auf derselben Seite des Platzes. Der Netzspieler positioniert sich also nicht diagonal gegenüber, sondern auf derselben Seite wie der Aufschläger. Nach dem Aufschlag bewegt sich das Team schnell in die gewünschte Grundordnung. Ziel ist es, bestimmte Returns zu provozieren (zum Beispiel auf die stärkere Vorhand) oder den Gegner aus dem gewohnten Winkelspiel zu bringen.
Die I-Formation ist extremer: Der Aufschläger steht am „T“, der Netzspieler mittig auf der Mittellinie des Aufschlagfeldes, oft leicht geduckt. Der Rückschläger weiß dadurch nicht, welche Seite nach dem Aufschlag frei wird. Diese Unberechenbarkeit sorgt für Unsicherheit und erhöht die Fehlerquote des Gegners.
Beide Formationen dienen dazu, den Return zu beeinflussen und Druck aufzubauen – die Australian Formation eher durch Winkel und Platzierung, die I-Formation durch maximale Verwirrung und Überraschung.
Im Doppel habt ihr als Team die Möglichkeit, eure Stärken auszuspielen und eigene Schwächen zu kaschieren bzw. die Schwächen des Gegners für euch zu nutzen. Der große Vorteil ist die Freiheit, selbst zu entscheiden, wer in welcher Position spielt. Vorgeschrieben ist nur, wer aufschlägt. Was danach passiert, entscheiden eure Technik und Taktik.
Beim Return im Tennis-Doppel ist vor allem die Reihenfolge wichtig. Zu Beginn eines Satzes legt jedes Team fest, welche Person auf welcher Seite (Einstand- oder Vorteilseite) returniert und diese Aufteilung bleibt während des gesamten Satzes gleich.
Der Aufschläger wechselt bei jedem Punkt die Seite, das Rückschlagteam jedoch nicht. Es bleibt auf seiner festgelegten Seite stehen. Eine Person returniert immer von der Einstandsseite (rechts), die andere immer von der Vorteilseite (links).
Ein guter Return ist im Doppel besonders wichtig, weil am Netz sofort Druck entsteht. Wird der Ball flach und kontrolliert gespielt, hat der Netzspieler weniger Zeit zum Reagieren. Besonders effektiv ist ein Return durch die Mitte, da dort die Abstimmung zwischen den Gegnern oft schwieriger ist. Alternativ kann der Ball tief auf die Füße des Netzspielers gespielt werden, um einen aggressiven Volley zu verhindern.
Verzichte aufs Poachen, wenn der eigene Aufschlag zu schwach oder ungenau ist, denn dann hat der Return-Spieler genug Zeit, die freie Seite gezielt auszunutzen. Auch gegen sehr sichere oder schnelle Rückschläger kann häufiges Kreuzen riskant sein. Oft ist eine stabile Grundposition die bessere Entscheidung.
Merke: Poaching funktioniert am besten mit einem starken, platzierten Aufschlag, klarer Absprache und mutiger, entschlossener Bewegung.
Im Doppel entscheidet das Netzspiel über die meisten Punkte. Der Volley wird kurz und kompakt gespielt, mit kaum Ausholbewegung und einem stabilen Stand. Ziel ist nicht immer der direkte Punktgewinn, sondern, den Gegner unter Druck zu setzen und in eine schlechte Position zu bringen.
Beim Serve-and-Volley geht der Aufschlagende nach dem Aufschlag sofort ans Netz, um den nächsten Ball als Volley aus der Luft zu spielen und den Punkt schnell zu gewinnen. Diese Spielweise verkürzt die Reaktionszeit des Gegners und ist besonders erfolgreich, wenn der Aufschlag stark und gut platziert ist.
Auch Lobs sind im Doppel ein häufiges Mittel. Der Overhead (Smash) sollte sicher und kontrolliert sein. Lieber gezielt in die freie Fläche oder auf den schwächeren Gegner spielen, als unkontrolliert zu schlagen.
Beim Tennis-Doppel geht es um Spaß und Erfolg. Wer verliert, aber als Team alles gegeben hat, hat im Grunde trotzdem gewonnen. Entscheidend ist die richtige Kommunikation zwischen den Spielpartnern, denn im Doppel zählt nicht das bessere Individuum, sondern die abgestimmte Teamleistung.
DOs:
Spricht man von Doppel, ist von einem Team aus zwei Personen mit dem gleichen Geschlecht die Rede. Ein Team, das aus einer Frau und einem Mann besteht, wird als „Mixed“ bezeichnet.
Diese Kombination bringt besondere Dynamik, da unterschiedliche Spielstile, Tempi und Schlagprofile aufeinandertreffen. Deshalb sind Abstimmung, Vertrauen und klare Rollen entscheidend.
In der klassischen Aufstellung übernimmt oft der netzstärkere Spieler mehr Raum am Netz, während der Partner Druck von hinten aufbaut. Wer welche Seite bespielt, wer die Mitte übernimmt oder mehr am Netz steht, sollte vor dem Match abgestimmt werden.
Formationen im Mixed sind häufig asymmetrisch: ein Spieler am Netz, der andere an der Grundlinie. Serve-and-Volley eignet sich für starke Netzspieler, eine stabile Grundlinienstruktur für konstantere Spieler. Wichtig ist, als Team zu agieren: wer Druck macht, wird vom Partner abgesichert. Die Mitte hat hohe Priorität, um Abstimmungsfehler zu vermeiden.
Auch beim Aufschlag und Return lohnt es sich, gezielt Matchups zu planen: diagonal, in die Mitte oder auf die Rückhand, um Druck aufzubauen und Ballwechsel zu gestalten, die dem eigenen Team am meisten Vorteile bringen.